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Archiv der Kategorie Großbritannien

Sex für 14 Asse

Aus dem Schlamm der Londoner Themse hat ein Hobbysucher ein römisches Metallstück gefischt, bei dem es sich nach Ansicht von Historikern um einen Bordellchip handeln könnte. Die Vorderseite des Fundes zeigt eine auf dem Bauch liegende nackte Frau, über der ein Mann kniet. Auf der Rückseite steht eine Zahl: 14 - möglicherweise der Preis für die dargestellte sexuelle Dienstleistung. 14 römische Asse entsprachen im ersten Jahrhundert nach Christus, aus dem der Zufallsfund stammt, etwa dem Tageslohn eines Arbeiters oder dem Preis für mehrere Laibe Brot. Solche Münzen („Spintriae”) könnten die gängige Währung in Bordellen mit Sklavinnen gewesen sein, damit diese selbst kein Geld in die Hände bekamen. Außerdem war es zumindest unter Kaiser Tiberius verboten, normale Münzen mit in die Lusthäuser zu nehmen - weil sie sein Bild trugen. Andere Wissenschaftler halten Funde dieser Art für Spielsteine von Brettspielen.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 03/2012.

Historiker rätseln über mysteriösen Wikingerkönig

Es war ein Überraschungsfund mitten auf einem Acker. Ein britischer Hobbyforscher hat einen Silberschatz aus jenen Jahren aufgespürt, in denen Wikinger Englands Norden regierten. Die Geldstücke bringen Historiker auf die Spur eines bisher unbekannten Herrschers.

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Bierverächter aus Rom

Obwohl die Römer fast 400 Jahre lang in Britannien lebten, konnten sie sich wohl an eines nie gewöhnen: das britische Bier. Dafür spricht der Fund einiger Weinamphoren neben dem ehemaligen römischen Kastell Arbeia in South Shields, im Nordosten Englands. Die Vorratsgefäße stammen wahrscheinlich aus der italienischen Region Kampanien. Von einer Amphore sind fast alle Scherben noch da. Sie war fast einen Meter hoch - Platz für viele Liter Wein. „Behältnisse dieser Art wurden zum Transport großer Mengen genutzt”, sagt der Archäologe Nick Hodgson, der die Ausgrabungen leitete. „Das Bedeutende an dem Fund ist, dass diese Amphoren zu einem späteren römischen Typus gehören, der erst ab 250 nach Christus hergestellt wurde. Es zeigt, dass die Römer in diesen späten Jahren immer noch lieber Wein vom Mittelmeer tranken, als dass sie mit Bier Vorlieb genommen hätten.” zu diesem Zeitpunkt hatten die Römer seit der Invasion Britanniens im Jahr 43 nch Christus bereits rund 200 Jahre lang Zeit gehabt, sich mit dem britischen Gebräu anzufreunden.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 45/2011.

Die Sandalen von Camelon

Sie kamen, sahen - und hinterließen ihre Sandalen. Eine ungewöhnliche Entdeckung haben Archäologen in zwei römischen Lagern im schottischen Camelon gemacht. In einem Festungsgraben lagen 120 Ledersandalen mit genagelten Sohlen. Warum die römischen Soldaten so hoch im Norden derart viel Fußbekleidung horteten, ist für die Ausgräber ein Rätsel. Bislang glaubten die Forscher, die Römer hätten in dieser Region stets nur kurz ihre Lager aufgeschlagen. Tatsächlich aber scheinen sich die Besatzer in Camelon häuslich eingerichtet zu haben. Das Dorf gilt als einer der möglichen Orte für Camelot, den Hof des Sagenkönigs Artus. Einige Historiker glauben sogar, dass der angebliche Briten-Herrscher in Wahrheit ein Römer war.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 41/2011.

Der Ring aus dem dunklen Zeitalter

Auf einem Feld machte Michael Greenhorn mit seinem Metalldetektor eine sensationelle Entdeckung: Er grub eines der ältesten Schmuckstücke aus, das je in England gefunden wurde. Doch wessen Hand hat der exquisite Saphir einst geziert?

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Skelette unter der Bahnhofshalle

Wenn demnächst Reisende in der neuen Halle der Londoner Liverpool Street Station ihre Fahrkarten lösen, dürften sie kaum ahnen, dass sie auf einer riesigen Grabstätte stehen. Während der Bauarbeiten stießen die hinzugezogenen Archäologen schon bei ersten Testgrabungen auf fast hundert Skelette. Offenbar verbirgt sich dort der verschollene Friedhof des Bethlem Hospital, der ältesten psychiatrischen Klinik der Welt. Bis ins 19. Jahrhundert vergruben erst die Mönche, die das Klosterhospital betrieben, und später auch Anwohner an diesem Ort ihre Toten. Dabei gingen sie wenig pietätvoll zu Werk: Bis zu sechs Skelette wurden pro Kubikmeter beigesetzt. Gegründet im Jahr 1247, begann das Priorat St. Mary Bethlehem ab 1377 mit der Behandlung von psychisch Kranken. Die Therapie bestand darin, die Insassen an die Wand zu ketten und, wenn sie aufbegehrten, mit der Peitsche zu disziplinieren. Gegen ein Eintrittsgeld von einem Penny konnten Schaulustige sie sogar besichtigen. Erst ab 1770 wurden die psychisch Kranken als Patienten angesehen.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 18/2011.

The King’s Blood

War König Heinrich VIII. von England ein kranker Mann? Bekannt ist, dass sich der gelehrte und sportbegeisterte Herrscher am Ende seines Lebens in einen kränklichen und griesgrämigen Tyrannen verwandelte. Zwei US-Wissenschaftlerinnen glauben darin die Anzeichen eines Erbleidens erkennen zu können. Die Archäologin Catrina Whitley und die Anthropologin Kyra Kramer haben bei der Queen bereits um Erlaubnis angefragt, den 1547 verstorbenen Monarchen zu exhumieren. In Heinrichs DNA wollen sie nach Hinweisen auf sogenannte Kell-Antigene suchen, wie sie sich nur bei etwa 0,2 Prozent der Bevölkerung finden. Ein reinerbiger Träger Kell-positiven Bluts kann sich nur bedingt mit einer Trägerin Kell-negativen Bluts fortpflanzen - was die vielen Fehlgeburten von Heimrichs ersten beiden Frauen, Katharina von Aragón und Anne Boleyn, erklären würde. Außerdem können Kell-positive Menschen am McLeod-Syndrom leiden, einer seltenen Genmutation auf dem X-Chromosom. Menschen mit dieser Krankheit zeigen oft frühzeitig Anzeichen körperlichen und seelischen Verfalls, wie sie auch für Heinrich nach seinem 40. Lebensjahr überliefert sind. Das britische Königshaus hat sich zum Anliegen der Forscherinnen noch nicht geäußert.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 10/2011.

Die wilden Ponys aus dem Dartmoor

Im Süden Englands leben rund 3000 Ponys frei in einem riesigen Moorgebiet. Nur einmal im Jahr treiben ihre Besitzer sie zusammen: Dartmoorponys sind bei Züchtern und Reitern beliebt.

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Ein Archäologe unter Obdachlosen

Archäologen gelten als Experten für die Vergangenheit. Doch einige wenden ihre Methoden jetzt auf die moderne Gesellschaft an - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Ein Porträt des Gegenwartsarchäologen John Schofield.

Erschienen in bild der wissenschaft 01/2011.

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Steine schleppen ohne Muskelkater

Schottland - Im Osten Schottlands gibt es eine Menge kleiner, verzierter Steinkugeln. Spielten die Leute in der Jungsteinzeit damit etwa Tennis oder Cricket? Der Archäologe Andrew Young hat eine bessere Erklärung: Steinzeitliche Baumeister könnten die Bälle benutzt haben, um damit Riesensteine zu bewegen für Monumente in Schottland oder Stonehenge. Das ist ein Bauwerk im Süden Englands, das aus meterhohen Steinen besteht.
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