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November 2009
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Archive für 9.11.2009

Wo der schreckliche Minotaurus wirklich hauste

In griechischen Sagen war er ein brutales Mischwesen aus Mensch und Stier: der Minotaurus, gefangen in einem Labyrinth auf Kreta. Ein britischer Geograf will den Irrgarten jetzt gefunden haben - und warnt vor sehr realen Gefahren, die dort noch immer lauern.

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Erschlagen und geröstet

Wenn im Königreich der Ur in Mesopotamien (heute Irak) ein Herrscher starb, ging er nie alleine ins Jenseits. In den 4500 Jahre alten Königsgräbern der Stadt Ur fanden Ausgräber reihenweise geopferte Angehörige des Hofstaates. Doch die waren ihrem König nicht ganz freiwillig in den Tod gefolgt, wie Janet Monge von der University of Pennsylvania bei einer näheren Betrachtung der Knochen jetzt herausgefunden hat. Die Anthropologin untersuchte zwei Schädel, die bereits bei Ausgrabungen in den 1920er Jahren geborgen worden waren, mit modernen forensischen Methoden wie der Computertomografie. Gruseliger Befund: In den Schädeln klafften Löcher von etwa zweieinhalb Zentimetern Durchmesser. Von den Rändern aus liefen jeweils sternförmig Risse in den umliegenden Knochen. Solche Wunden entstehen, wenn ein spitzer Gegenstand in den Schädel getrieben wird – und zwar in den eines lebenden Menschen. Anschließend waren die Opfer offenbar langsam verbrutzelt worden. Die Hitzespuren an den Knochen stammten eindeutig von einer allmählichen Erwärmung – wie bei einem Röstvorgang. Monge schließt daraus, dass versucht wurde, die Toten zu konservieren – womöglich um den Verwesungsprozess für die eventuell längere Dauer der Begräbnisfeierlichkeiten aufzuhalten.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 46/2009.

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